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Was muss man über den Anlaufstrom beim Notstromaggregat wissen?

Da es immer wieder Fragen bezüglich des Anlaufstroms gibt, möchte ich hier einmal ein wenig Licht ins Dunkel bringen und dabei diese Thematik so einfach wie möglich darstellen. Ich beantworte daher die typischsten Fragen, die mir immer wieder gestellt werden.

Anlaufstrom? Warum sollte man den beachten?

Anlaufströme sind ziemlich „gefürchtet“ weil sie beim Einschalten des elektrischen Gerätes ein Vielfaches an Strom brauchen als wenn sie schon im Betrieb sind. Dies betrifft v.a. Geräte mit Elektromotoren wie Bohrmaschine, Flex oder Rasenmäher. Man spricht in diesem Fall von sogenannten induktiven Verbrauchern (mehr Infos dazu bekommen Sie hier).

Dies kann je nach Alter des elektrischen Verbrauchers oder verbauten Anlaufstrom- bzw Einschaltstrombegrenzer um ein Vielfaches höher sein als der benötigte Nennstrom. Wenn es beim Elektromotor vom Hersteller nicht anders angegeben wird, dann rechnet man sicherheitshalber mit dem 6-8-fachen! (manche sprechen auch von 3-5-fachen, ich persönlich würde das 6-fache nehmen) Und das ist echt eine ordentliche Größe, die auf jeden Fall beachtet werden sollte.

Hinweis: Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele, die das Ganze etwas relativieren. Hier in diesem Video wird beispielsweise eine Flex mit 1100 Watt problemlos an einem Eberth 3000 betrieben, der 2850 Watt Dauerleistung bringt.




Warum ist das nun relevant?

Wenn Sie sich ein Notstromaggregat kaufen oder leihen möchten, dann sollten Sie diesen Sachverhalt mit berücksichtigen und dementsprechend Ihr Aggregat dimensionieren. Wie genau, das erfahren Sie im Leistungsratgeber. Es wäre einfach schade, wenn Ihr Gerät dann bei Einschalten der Bohrmaschine in die Knie geht und Sie diese somit nicht nutzen können.

Wie entsteht der Anlaufstrom?

Um die Sache mit dem Anlaufstrom zu verstehen, möchte ich hier zwei Begriffe einführen:

  • Stator (bzw. „Ständer“)
  • Rotor (bzw. „Läufer“)

Der Stator ist mehr oder weniger das Gehäuse und der Rotor das sich drehende Teil.

Wenn man einen Motor anschaltet, dann muss dieser Motor erstmal von seiner anfänglichen Trägheit auf seine Nenndrehzahl gebracht werden. (Stichwort „Trägheit der Massen“ – Physikunterricht in der Schule … Na wer erinnert sich noch?). Dieser Vorgang kostet halt richtig Energie, was letztendlich den Anlaufstrom verursacht.

Das können Sie sich eventuell wie beim Anfahren vom Auto vorstellen. In der Stadt verbrauchen Sie einfach viel mehr Sprit als wenn Sie konstant eine Geschwindigkeit fahren. Beim Anfahren muss jedesmal wieder das ganze Gewicht des Autos in Schwung versetzt werden und das kostet Energie.

Wie lange dauert der Anlaufstrom?

Die Zeitspanne, in der man dem Elektromotor mehr Strom zur Verfügung stellen muss, variiert natürlich von Verbraucher zu Verbraucher. In der Regel ist diese Phase aber nach wenigen Milisekunden bis zu einigen Sekunden vorüber.


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