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Wie viel Leistung braucht ein Notstromaggregat?

Um die benötigte Leistung zu bekommen, sollte man schon eine möglichst genaue Kenntnis über die zu betreibenden Geräte. Es ist ein großer Unterschied ob Sie eine Herdplatte mit 800 Watt oder eine Bohrmaschine mit 400 Watt betreiben wollen. Unterscheiden muss man da in erster Linie zwischen der Art des Gerätes (Verbrauchers) und der benötigten Leistung. Diese stehen in einem engen Zusammenhang. Wie genau, das erfahren Sie hier.

Kontrolle am Anfang

Da die Unterscheidung ziemlich wichtig ist, möchten wir Ihnen hier ein paar Anregungen zum selber überprüfen geben:

➥ Sellen Sie sich vor Sie sind ein ambitionierter Heimwerker und basteln sehr gerne an unterschiedlichsten Dingen in Ihrer Garage herum. Dafür verwenden Sie viele verschiedene Geräte und haben sich neuerdings einen Bürstenschleifer zugelegt. Solche elektrischen Geräte sind vor allem relevant, wenn es um das Glätten verschiedenster Oberflächen geht. Wer mehr zu diesen sehr speziellen Geräten erfahren möchte, kann hier nachlesen.

Mit einem Bürstenschleifer können Sie also Materialien wie Holz, Glas oder sogar Metalle glätten. Das Grundprinzip ist dabei ähnlich wie bei einer Schleifmaschine, nur dass bei einem solchen Schleifer verschiedenste Bürsten (je nach zu glättendem Material) in Rotation versetzt werden. Besonders beliebt sind dabei die Geräte von den sehr bekannten Firmen Makita oder Bosch und werden vorrangig von Unternehmen genutzt, die Kunststoff be- oder verarbeiten und/oder Handwerkern, die öfters verschiedenste Oberflächen bearbeiten.

Jetzt ist die Frage an Sie: Um welche Art der Verbaucher handelt es sich bei einem Bürstenschleifer? Wenn Sie die Antwort nicht kennen und nicht wissen, was Sie bei dieser Art Verbraucher beachten sollten, dann hilft Ihnen dieser Ratgeber definitiv weiter.

Art des Verbrauchers

Man unterscheidet grundsätzlich unterschiedliche Arten von Verbrauchern. Wichtig sind dabei ohmsche, induktive, kapazitive und „besonders sensible elektronische Geräte“.

Ohmsche Verbraucher

Unter die ohmschen Verbraucher fallen v.a. Glühbirnen, Elektroheizungen usw. , also Geräte, die die aufgenommene Energie nahezu vollständig in eine andere Energieform wie Wärme oder Licht umwandeln. Bei solchen Geräten müssen Sie eigentlich kaum etwas beachten. Ihr Stromerzeuger sollte etwas mehr Leistung erbringen können als Sie letztendlich verbrauchen. Hier hat sich das einfache Aufaddieren von einem Viertel bewährt. Wenn Sie also eine Herplatte mit 800 Watt betreiben wollen, dann addieren Sie ein Viertel (200 Watt) und wissen, dass Ihr Stromerzeuger 1000 Watt leisten sollte.

Induktive Verbraucher

Induktive Verbraucher (Bohrmaschine, Flex, Rasenmäher, Waschmaschine …) werden von einem Elektromotor betrieben und haben anfangs ihren berüchtigten „Anlaufstrom“, der sogar je nach Alter oder eingebauten Anlaufstrombegrenzer bis zu 6-8 Mal (bei steinzeitlichen Geräten sogar bis zu 10 Mal!) höher sein kann als der Nennstrom, der im später Dauerbetrieb verbraucht wird! Dies bedeutet, dass die Leistung des Notstromaggregates entsprechend überdimensioniert sein sollte. Hier gibt es allerdings unterschiedliche Angaben. Manche sprechen von 3-5 mal und manche von 6-8 mal. Ich persönlich denke, dass die 6-fache Dimensionierung bei modernen Geräten ausreicht. Diese haben in der Regel einen Einschaltstrombegrenzer, der die ganze Problematik etwas eindämmt. 

Vielleicht ein Beispiel: Sie möchten eine Heckenschere mit 400 Watt betreiben. Da Sie nicht pauschal sagen können, wie hoch der Anlaufstrom nun sein wird, so sollten auf eine ausreichende Dimensionierung achten. Ihr Stromerzeuger sollte grob dann schon 2.400 Watt leisten können. Das hängt natürlich sehr von Ihrer Heckenschere ab und wie stark der Anlaufstrom dieser nun konkret ausfällt, vielleicht würden sogar 2.200 Watt reichen, unter Umständen bräuchten Sie jedoch mehr.

Hinweis

Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele, die das Ganze etwas relativieren. Hier in diesem Video wird beispielsweise eine Flex mit 1100 Watt problemlos an einem Eberth 3000 betrieben, der 2850 Watt Dauerleistung bringt.



Anlaufströme können mitunter reduziert werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Kapazitive Verbraucher

Unter kapazitive Verbraucher fallen Schaltnetzteile oder Kondensatoren. Diese sind aufgrund der „Ladefunktion“ kritische Verbraucher. Hier empfiehlt es sich, die Herstellerangaben zu beachten.

„Besonders sensible elektronische Verbraucher“

Unter diese Gruppe zähle ich Geräte, die einen besonders „sauberen“ Strom benötigen. Darunter fallen Fernseher, Computer oder HiFi-Anlagen. Diese Geräte können bei Spannungsschwankungen sehr schnell Schäden nehmen oder gänzlich kaputt gehen. Für diese Geräte gibt es eigentlich nur eine wirklich sinnvolle Lösung: Inverter Stromaggregate. Diese erzeugen durch eine spezielle Innovation besonders „saubere“ und „reine“ Spannung. Typische Stromerzeuger, die nicht unter die Inverter Technologie fallen, können dies nicht gewährleisten.

Leistung = Leistung?

Ist Leistung eigentlich gleich Leistung? Klare Antwort: Jein. Man unterscheidet unterschiedliche Arten von Leistung. So gibt es Schein-, Blind- und Wirkleistung. Diese verhalten sich so:

Scheinleistung („S“)= Wirkleistung („P“) + Blindleistung („Q“)

(Achtung: physikalisch eigentlich nicht ganz richtig, korrekt wäre: S² = P² + Q², aber es geht ja um’s Verständnis)

Da ein Bild mehr als 1000 Worte sagt, verdeutlicht ein Video diesen Sachverhalt wahrscheinlich noch viel mehr:

Tipp: Achten Sie nicht auf die Formeln, es geht ja ums Verständnis



Was bedeutet das jetzt konkret für das Notstromaggregat?

Relevant wird diese Thematik eigentlich nur bei induktiven und kapazitiven Verbrauchern. D.h. je induktiver oder kapazitiver ein Verbraucher ist, desto mehr Leistung muss erzeugt werden (die Blindleistung und demzufolge die Scheinleistung muss also höher sein). Man braucht also bei solchen ganz einfach mehr Leistung als diese typischerweise verbrauchen. Bei ohmschen Verbrauchern ist das nicht relevant, weil die Scheinleistung der Wirkleistung entspricht. Puh, ich weiß – komplexe Thematik …

Achten Sie einfach bei ohmschen und induktiven Verbrauchern auf eine ausreichende Mehrleistung. Das müssen Sie ja sowieso wegen des Anlaufstroms machen.


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